Im 8. Jahrhundert bildete sich in Japan auch der Kriegeradel mit der Bezeichnung „Buke“ oder „Bushi“ heraus; die obersten Militärführer wurden später Shogune (Barbarenbesieger), die im 12. Jahrhundert schon mächtiger als der Tenno waren, und die Kämpfer wurden Samurai genannt. Das Wort Samurai kommt von „samurau“ = „auf Wache sein“; Zeichen der Samurai=Kirschblüte; Samurai sind professionelle Krieger: beritten, Rüstung, Schwert und Bogen. Die Kriegerkaste („Bushi“) entwickelt ihr Kampfsystem, das Bujutsu : Kampfkunst für das tödliche Handwerk der Samurai, wobei auch die geistige Haltung – das Bushido – Teil des Bujutsu ist. Bushido ist der Verhaltenskodex der Samurai, der das ganze Leben der Krieger streng regelte: vor allem das Bewahren der Ehre, zB Schwertverlust war entehrend, bis zur Auflösung von Konflikten durch Harakiri.
Aus dem Bujutsu wird sich später „Budo“ entwickeln, der Weg des Kriegers. „Do“ deutet immer auf den Einfluß von philosophischen Aspekten, hier des „Zen“ (japanisch für „Versenkung“, chinesisch „Chan“): durch Versenkung sollen zwei Extreme in Einklang gebracht werden, das Ego und die Umwelt, Kampf gegen sich selbst und gegen die Umwelt; damit die Werte Selbstdisziplin und Treue gegenüber dem Sensei; Hingabe an die Übung und an die Technik (Waza); damit Erkennen des Geistes (Shi) und der vitalen Kraft (Chi). Wichtigste Formen des Budo : Jû-Jutsu (Jû - sanft, Jutsu - Kunst, frühe Bezeichnung: Yawara), Kenjutsu (Ken=Schwert), Iai-Jutsu (Iai=Bogen). Ab dem 8.Jahrhundert, mit der Entstehung der Kriegerkaste der Samurai, wird auch aus dem Ringen, dem Sumo, das Kumi-uchi der Samurai herausgebildet: Kumi-uchi umfaßt bereits neben dem Ringen auch Schlagen, Treten und Stoßen und ist auf die Rüstung der Samurai abgestimmt. Im 12. Jahrhundert ist die japanische Schule des Handkampfs fertigentwickelt. Bis ins 14. Jahrhundert vermischt sich auf Okinawa das japanische Ringen mit dem chinesischen Quanfa (Kungfu) zur okinawanischen Technik „Te“, vor allem durch die planmäßige Ansiedlung der „36 chinesischen Familien“ auf Okinawa:1392 kamen auf die „36 chin. Familien“ nach Okinawa, in die Gegend von Naha, einem bedeutenden Handelszentrum. Aus diesem Ursprung werden sich die Karatestile des Shorei-ryu entwickeln: Goju-ryu und Shito-ryu. 1200-1400 war in China die Zeit der Fremdherrschaft durch die Mongolen (Führer Dschingis Khan); dadurch nahmen die chinesischen Kampfkünste zur Abwehr der Eindringlinge nochmals im Verborgenen Aufschwung, wobei aber Waffenbesitz und Kampfkünste offiziell verboten waren. 1400-1650: Während der Ming-Dynastei entwickelt sich in China „Meihuaquan“ = Boxen der Pflaumenblüte“, Pflaumenblüte=Symbol Chinas und der Shaolin. Okinawa : im 15.Jhdt gelingt es dem Clan „Sho“, Herrscher über ganz Ryukyu zu werden. Seine Residenz hat er in „Shuri“, wo er sein Schloß „Shuri-jo“ erbauen läßt. Die Bevölkerung (Adelige, Beamte, ...) werden total entwaffnet, wodurch sich die waffenlosen Kampfkünste im Geheimen weiterentwickeln: es entsteht „Ryukyu Kobujutsu“ (Ryukyu-Inseln). Grundsätzlich ist zu sagen, daß die aus China importierte Kampfkunst im wesentlichen den Adeligen zugänglich war und im 15+16.Jhdt keine Verbreitung in der Bevölkerung gegeben war. Innerhalb der Adelsfamilien wurde die Kunst in der Regel nur an den Erstgeborenen weitergegeben. Wegen des Fehlens jeglicher Beweise für eine eigene Kampfkunst „Okinawa- té“ im Adel wird die Meinung vertreten (vgl. K. Tokitsu), daß aufgrund des relativ niedrigen Entwicklungsstandes Okinawas vor dem chinesischen Einfluß (14.Jdht) keine existierte und auch bei Bauern die lokalen Tänze zwar karateähnlich seien, aber kein Ursprung vor dem chin. Einfluß nachgewiesen werden kann. Im 15.Jahrhundert entsteht eine der ältesten Schulen des Bujutsu: „Tenshin Shoden Katori Shinto-ryu“, als Kampfkunstsystem der Samurais, mit Elementen des Kenjutsu (Schwertkampf), Shurikenjutsu (Kampfsterne) und Jû-Jutsu (waffenloser Kampf). Diese Schule besteht heute noch als die strengste überhaupt, mit Bluteid und 15 Jahre Kyu-Zeit bis zum Shodan.
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